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Walter G. Schröder (†)

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Walter G. Schröder wurde 1954 in Brasilien als Sohn eines deutschen UN-Technikexperten geboren. Er wuchs in Brasilien, Chile, Ecuador und Peru auf und ging in diesen Ländern auch zur Schule. Unauslöschlich prägte sich ihm die Vielfalt an Farben und Formen der Tropen ein, sowohl die der Natur als auch die der Kunst und des Kunsthandwerks vor Ort. 1963 hatte er sogar das Glück, die Galápagos Inseln auf einem Forschungsschiff besuchen zu dürfen. Das dort gefundene und zum Untersuchungsgegenstand der Forscher erkorene Plankton mit seinen verschiedenartigen Farben und Formen beeindruckte den Neunjährigen nachhaltig und bedeutete seinen ersten Kontakt mit der reichhaltigen Unterwasserwelt vor der Küste Ecuadors. Durch spätere Exkursionen unter der fachlichen Anleitung der Botanikerin Frau Dr. Naumann lernte er auch die Welt der Pflanzen und Insekten in der Umgebung von Quito kennen. Zwei Herzen in einer Brust, so kann man das Dilemma umschreiben, mit dem sich Walter G. Schröder nach Abschluss seines Abiturs und der Rückkehr nach Deutschland auseinandersetzen musste. Einerseits war er künstlerisch und handwerklich begabt, andererseits zog es ihn aber auch zu Philosophie und organisatorischen Aufgaben hin. Das Resultat: Er beginnt zunächst ein Studium von Jura und Volkswirtschaft in Heidelberg. Doch letztendlich, sogar trotz eines ihm angebotenen Stipendiums, siegt die handwerkliche und künstlerische Begabung in ihm und er beginnt eine Lehre zum Goldschmied an der weit über 200 Jahre alten, und weltweit anerkannten Staatlichen Zeichenakademie in Hanau. Dort begegnet ihm sozusagen als Liebe auf den ersten Blick die Kunst des Emailierens in der Emailklasse von Ruth Seibertz. Zeitgleich zu dieser Ausbildung in Hanau lernt er das Handwerk des Elfenbeinschnitzens und beendet dies mit einer Prüfung. Gleichzeitig bildet er sich noch in Design weiter und lernt bei der Deutschen Gesellschaft für Edelsteinkunde in Idar-Oberstein die Edelsteine kennen. Seit bestandener Prüfung darf er sich nun auch Gemmologe DGemG. nennen. Gut ein Jahr nach Ende seiner Ausbildung zieht es ihn, wieder in südamerikanische Gefilde, zu einem der renommiertesten Juweliere in Curacao auf den Antillen in der Karibik. Doch um seinen Goldschmiedemeister an der Goldschmiedeschule in Pforzheim machen zu können, muss der junge Geselle eine bestimmte Anzahl von Jahren seiner Gesellenzeit in einer deutschen anerkannten Goldschmiede oder bei einem Juwelier arbeiten. Von Wiesbaden, wo er diese Bedingungen erfüllt, geht er dann nach Pforzheim und schließt mit Bravour, das heißt mit einer besonderen Auszeichnung, seine Ausbildung in der Meisterklasse ab. Gleich im Anschluss bekommt der frischgebackene Goldschmiedemeister von der peruanischen staatlichen Exportförderung den Auftrag, die dortige Schmuckindustrie bei ihren Auftritten auf neuen Märkten in Europa zu beraten. Dazu gehörte beides - sowohl die rein technische Beratung als auch das Entwickeln und das Erweitern von Kollektionen für gleich zehn peruanische Schmuckbetriebe. In Wiesbaden macht sich Walter G. Schröder mit einem eigenen Schmuckstudio selbständig.
Er entwirft und entwickelt zahlreiche eigene Schmuckkollektionen. Doch seine besondere Liebe gehört weiterhin der Emailkunst. viele Ausstellungen beschickt er in dieser Zeit mit seinen Werken. So konnte man Schmuck von Walter G. Schröder auf der 5th Avenue in New York genauso bewundern wie in Worpswede, Kassel, Bonn, Darmstadt, Coburg, Lübeck und München. Weltweit wurde die Presse auf seine Arbeiten aufmerksam. Und so gelangten sie sogar auf die Titelseiten. Doch auch seine erfolgreiche Beratertätigkeit für die peruanische Schmuckindustrie hat sich herumgesprochen. Und so kommt Schröder im Laufe der Zeit nicht umhin, sein Geschäft in Wiesbaden zu reduzieren und sich dafür beratenden, umfangreichen Aufgaben in Pakistan und Thailand, auf den Philippinen und Sri Lanka, in Indien, Äthiopien und anderen Ländern zu widmen. Dadurch findet der Künstler Xan in ihm zusätzlichen Zugang zu den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und natürlich der Schönheit der dortigen Edelsteine. Seitdem integriert er sie vermehrt in seinen Entwürfen.
Im Mai 2010 eröffnet er trotz der internationalen Beratungsprojekte das "Atelier Walter G. Schröder" in der Altstadt von Rüdesheim am Rhein, dort entwirft und produziert er seine ausgefallenen und individuellen Schmuckstücke in Gold, Platin aber auch Silber weiter. Im Alter von 60 Jahren stirbt er 2014 in Wiesbaden.